Bernsteinschmuck


SchmuckDer Baltische Bernstein, ein in der Regel fossiles hellgelbes Baumharz, entstand vor ca. 40 bis 50 Millionen Jahren im Eozän-Zeitalter in einem breiten Gürtel von Skandinavien bis zum Ural. Vor allem in Finnland und Mittelschweden herrschten optimale Bedingungen für die Entstehung von Bernstein. Ursprünglich war man der Annahme, dass nur eine Nadelbaumart als Lieferant für den Baltischen Bernstein diente. Neueste Untersuchungen gehen jedoch von mehreren Baumarten aus, die in dem so genannten „Bernsteinwald“ wuchsen und das fossile Harz produzierten. Forscher gehen davon aus, dass Klimaveränderungen zu einem vermehrten Parasitenbefall der Wälder führte. Um dem entgegen zu wirken und um sich zu wehren, produzierten und sonderten die Bäume Harz ab. Aber auch dieser Ansatz ist umstritten. Eine genaue Entstehungsgeschichte des Baltischen Bernsteins, also der allmählichen Aushärtung und Konservierung ausfließenden Harzes, kann vermutlich niemals vollständig nachgezeichnet werden.

Fest steht jedoch: Der im Norden entstandene Baltische Bernstein wurde durch Ansteigen des Meeresspiegels und gleichzeitigen Überflutens des Bernsteinwaldes weggespült. So gelangte das fossilisierte Harz nach Europa, in den Nord- und Ostseeraum und in den Baltischen Raum. Das allmähliche Abschmelzen von großen Gletschern und die damit verbundenen Schmelzwasserströme schwemmen zusätzlich die Gesteine ins Meer, von wo aus sie an die europäischen Küsten transportiert werden. Vor allem die zahlreichen Funde an der deutschen und dänischen Küste können somit erklärt werden.

Bernsteinschmuck waren in der Geschichte der Menschheit durchweg äußerst beliebt und wertvoll. Das eher weiche und gut zu bearbeitende Material eignete sich bestens zur Herstellung von Schmuckstücken und anderen Gegenstände, die nicht selten dem Verstorbenen mit ins Grab gelegt wurden. Zahlreiche Funde, hauptsächlich an den Küstenabschnitten, belegen dies. Darüber hinaus wurde Bernstein zu einem begehrten Handelsgut, mit dem andere wertvolle und seltene Luxusgüter eingetauscht werden konnten. Auf diesem Wege gelangten die Steine bis nach Griechenland, wo sie als „Tränen der Götter“ geradezu verehrt wurden.

Um Bernsteine von vermeintlichen Imitationen unterscheiden zu können, bietet sich ein Geruchstest an. Beim Verbrennen des Harzes kommt es zu einem intensiven holzigen aromatischen und angenehmen Duft, die Flamme brennt hell und rußig. Aufgrund seiner weichen Beschaffenheit kann an einer unauffälligen Stelle auch mit einer Stecknadel oder ähnlichem spitzen Gegenstand ein Einritzen versucht werden. Glas oder andere Steine widersetzen sich dem Ritzen eher als Bernstein.

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